Auszug aus Ralf Schönfeld    „Das Canadier – Handbuch“

 

 

Bevor wir tiefer in die Materie „Canadier“ einsteigen, möchte ich zunächst kurz einige Begriffe erläutern, da vielen am Paddeln interessierten Personen deren Bedeutung in ihrer offiziellen Definition so nicht bekannt ist, es aber dadurch immer wieder zu Missverständnissen und falschen Vorstellungen kommt.

 

Das deutsche Wort Kanu ist Oberbegriff für alle(!!!) Wassersportgeräte, die aus eigener Muskelkraft mit Paddeln in Blickrichtung nach vorne fortbewegt werden.

Im Gegensatz dazu ist beim Ruderboot die Blickrichtung ja nach hinten, zudem sind die „Paddel“ dort fest am Boot montiert (= Ruder).

Dieser Oberbegriff Kanu gliedert sich nun auf in zwei Hauptgruppen:

 

  • Zum einen in die große Gruppe der Kajak,
  • und zum anderen in die große Gruppe der Canadier (= Kanadier).

 

Sämtliche Bootstypen werden jetzt einer dieser beiden Kategorien zugeordnet, auch wenn die Boote einer Kategorie untereinander für den Laien zum Teil höchst unterschiedlich aussehen können (z.B. offene/ geschlossene Boote).

 

  • Merkmal der Kajak ist es, dass sie mit einem Doppelpaddel fortbewegt werden,
  • die Canadier dagegen mit einem Stechpaddel.

 

Die diversen Faltboote, See-Kajaks, manche Schlauchboot-Ausführungen usw. erhalten so ebenfalls ihre konkrete Zuordnung.

 

Da sich viele Leute dieser Definition nicht bewusst sind, führt der landläufige Begriff „Kanu“ sehr häufig zu Missverständnissen und Enttäuschungen, da sie mit „Kanu“ eigentlich die offenen Canadier meinen, dem Thema dieses Büchleins (diesen „Indianerschiffchen“).

Da entpuppt sich dann der „Kanuclub XY“ in Wirklichkeit als reiner Verein für Kajak-Freaks, und der stolze Canadier Besitzer wird nur mitleidig wegen seiner mitgebrachten „Badewanne“ belächelt.

 

Eindeutig ist der Sachverhalt im englischen und französischen Sprachgebrauch definiert (da gibt es so einen verwirrenden Oberbegriff „Kanu“ für Paddel-Boote nicht).

Das englische und französische Wort Canoe beschreibt eindeutig den Canadier, bzw. Kayak analog ganz konkret ein Kajak.

Das deutsche Wort Canadier bzw. Kanadier und das englische oder französische Wort Canoe ist also gleichbedeutend.

 

Die Wurzeln des Kajaks sind bei den Eskimos bzw. Inuits zu suchen.

Es sind geschlossene Boote mit einer Sitzluke. Die Kajak-Fahrer sitzen in ihren Booten und bewegen es, wie gesagt, mit einem Doppelpaddel fort.

Für Fahrten mit Gepäck bieten sie allerdings nur ein begrenztes Stauvolumen.

 

Die Urformen unserer Canadier stammen dagegen, wie der Name sagt, aus Canada bzw. Nordamerika.

Es sind in der Regel offene Boote, die sehr viel Platz auch für umfangreiches Gepäck bieten, richtige „Lastesel“ eben.

Sie werden üblicherweise im knien gepaddelt und mit dem Stechpaddel vorwärts bewegt.

 

Schon vor ca. 2000 Jahren benutzten die Indianer Boote aus Birkenrinde zur Erledigung von Transportaufgaben, zur Jagd und zum Fischfang, das Canoe.

 

 

Ziel dieses Buches ist es nun, den Leser an den fachgerechten und praxisorientierten Umgang mit diesen „Indianer“-Booten heranzuführen, um größtmöglichen Nutzen daraus ziehen zu können, und damit das Paddeln mit diesem eleganten Fortbewegungsmittel einfach auch so „richtig“ Spaß und Freude macht.

 

 

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© Ralf Schönfeld