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erstellt: April 1994
überarbeitet: Mai 2006
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Passive
Sicherheitsausrüstung
Kälteschutz (für den
Wildwasser- und Wanderfahrer)
Warum
Kälteschutz ?
Wildwasser ist in unseren heimischen Alpen meist sehr kalt.
Das Schmelzwasser hat im Frühjahr nur wenig über 0°C und auch im Sommer
beträgt die Wassertemperatur von Gebirgsflüssen nur wenig über 10°C. Zudem
besitzt Wasser eine ca. 20-fach höhere Wärmeleitfähigkeit als Luft was dazu
führt, dass dem Körper sehr schnell die lebensnotwendige Wärme entzogen wird.
Zur niedrigen Wassertemperatur kommt noch die physikalische Gesetzmäßigkeit
der Verdunstungskälte hinzu.
Wenn Wasser verdunstet wird dazu Wärme benötigt. Diese Wärme entzieht das
Wasser seiner Umgebung.
Verdunstet beispielsweise Wasser auf der Haut, wird die Wärme dem
menschlichen Körper entzogen, man fröstelt.
Besonders fatal ist dann die Kombination von Nässe und Wind.
Es ist also kein Wunder, wenn ein unzweckmäßig gekleideter Kanute oder
Wildwasserfahrer rasch schlottert oder mit den Zähnen klappert.
Dies ist eine Abwehrreaktion des Körpers in Verbindung mit erhöhtem
Stoffwechsel, um Wärme zu produzieren.
Dies verbraucht jedoch seine Energiereserven und fördert die Erschöpfung
Im Falle einer Kenterung würde ohne Kälteschutz der Körper rasch
unterkühlen. Es besteht dann akute Lebensgefahr
(Þ
siehe Kapitel/ Seite „Unterkühlung“).
Daher ist eine geeignete Kälteschutzkleidung in jedem Falle
empfehlenswert, im Wildwasser auf Gebirgsbächen ein absolutes muß.
Kälteschutzkleidung
im Wildwasser
Neoprenanzug
Als Grundlage für einen guten Kälteschutz sind am besten Neoprenanzüge
geeignet.
Für das Paddeln haben sich ärmellose Anzüge mit Mittelreißverschluß (= „Long John“)
am Besten bewährt, da sie die Bewegungsfreiheit nicht einschränken (sowohl
beim Kajak als auch im Canadier).
Da wir im Canadier knien, ist eine dicke Polsterung bzw. robuste Ausführung
im Kniebereich ganz angenehm und praktisch.
Im Bereich der Kniekehlen ist dagegen wegen der lästigen, kneifenden
Faltenbildung eine möglichst dünne Materialstärke vorteilhaft.
Bei Anzügen von der Stange wird man das aber kaum vorfinden.
Es gibt jedoch auch Neoprenschneider, die für medizinische Anwendungen oder
Taucher Maßanzüge anfertigen.
Diese Anzüge sind häufig kaum teurer und derartige Sonderwünsche können
berücksichtigt werden (auch kann Materialqualität- und Stärke sowie Farbe
weitgehend individuell ausgesucht werden.
Maßanzüge sind auch empfehlenswert, wenn man nicht gerade über eine
Designer-Figur verfügt.
Erhältlich z.B. bei:
Hans-Dieter
Buse - Wasser-Sport-Freizeit
Im
Reutle 12
D-71573Allmersbach
im Tal (bei Ludwigsburg/ Stuttgart)
Tel.
07191 / 52178 - Fax. 07191 / 59278
http://www.buse-neopren.de/
Unter dem Neopren trägt man üblicherweise eine Badehose bzw. Badeanzug/
Bikini und ein Funktionsunterhemd.
Zu den weiteren wichtigen Funktionen des Neoprenanzuges zählen:
·
Schutz vor Verletzungen an Steinen o.ä. (Prellungen,
Schürfwunden).
·
Auftrieb beim Schwimmen.
Wirksamer
Kälteschutz
Als wirksamer Kälteschutz hat sich nachfolgende Kombination bewährt:
·
Ärmelloser Neoprenanzug mit Mittelreißverschluß
(„Long John“).
·
Langärmlige Paddeljacke aus Nylon-/ Perlongewebe
(eventuell atmungsaktiv) als Windschutz für den Oberkörper mit möglichst
wasserdichten Latex- oder Neoprenmanschetten an Hals und Armen.
·
Schwimmweste (Kälteschutz ist eine der zusätzlichen
Aufgaben einer Schwimmweste).
·
Helm (ein großer Teil der Körperwärme wird über den
Kopf abgegeben).
·
Unbedingt zu schützen sind die Füße.
Entweder Neoprenfüßlinge in Verbindung mit festen, knöchelhohen Turnschuhen
o. ä. mit rutschfester Sohle, oder Paddelschuhe aus Neopren mit robuster Sohle.
An der Wäscheleine werden im nassen Zustand alle Lösungen gleichermaßen
grausam stinken.
·
Robust und empfehlenswert sind die „Workboot“ http://www.nrsweb.com/shop/product.asp?pfid=2338&deptid=1169
der US-Firma NRS http://www.nrsweb.com/
Erhältlich sind diese in Deutschland z. B. bei http://www.kajak-sport.de/ in Esslingen
(PLZ 73…).
Anmerkung: Die Stiefel fallen relativ klein aus. Daher eine oder gar zwei
Nummern größer wählen als „normal“.
Kälteschutz
für den Wanderfahrer
Outdoorkleidung
Das soll jetzt keine Überheblichkeit sein, aber wenn die im Kapitel/ Seite
„Stechpaddeltechnik“ angesprochenen
Grundlagen und weiterführenden Techniken im Umgang mit dem Stechpaddel
beherzigt und beherrscht werden, verliert die häufig zu hörende Aussage „ -
Paddeln gehen kann man ja nur im Sommer wenn’s warm ist, da fällt man doch so
oft rein dabei - “ an Gültigkeit und eine Kenterung mit dem Canadier wird
immer unwahrscheinlicher.
Dann können die Paddelaktivitäten auch recht gefahrlos in die kälteren
Jahreszeiten Herbst, Winter und Frühjahr ausdehnt oder verlegt werden.
Doch welche Wahl der Kleidung hat sich dabei bewährt ?
Auf Flüssen und Bächen die nicht ausdrücklich der Kategorie Wildwasser
angehören, ist das Tragen von Neoprenbekleidung
allerdings nicht so empfehlenswert.
Aber auch der Wildwasserfahrer wird in diesen Fällen eher den Neopren im
Schrank hängen lassen und zum Trockenanzug greifen.
Unter dem Neopren (ist nicht atmungsaktiv) schwitzt man sehr stark, die
Verdunstung entzieht dem Körper Wärme und man beginnt rasch zu frieren.
Als Wanderfahrer im Canadier ist es daher vorteilhafter, sich wie bei anderen
sportlichen Aktivitäten in der Winterszeit (Skilaufen, Wandern etc.) nach dem
Zwiebelprinzip mit normalen Outdoorklamotten
anzukleiden.
Beim Zwiebelprinzip werden mehrere dünne Schichten statt einigen wenigen
dicken angezogen. Die zwischen den Schichten eingeschlossene Luft ist dabei
ein guter Isolator.
Kopfschutz
Ein sehr großer Teil der
Körperwärme wird beim Menschen über den Kopf abgegeben.
Deshalb ist ein wirksamer Kopfschutz in Form einer Mütze oder eines Hutes
angeraten (ganz zu schweigen von den empfindlichen Ohrläppchen).
Anmerkung:
Wesentlich umfangreichere und
detailliertere Informationen zum Thema Kälteschutz für den Wildwasser- und
Wanderfahrer stellt das „Canadier Handbuch“ bereit, das in gedruckter Form als 410-seitiges
Taschenbuch im praktischen Format 12,3 x 19 cm zur Verfügung steht.
Copyright beim Verfasser: Zurück zum Seitenanfang Zurück zur Canadier und Paddel Info-Seite
© Ralf Schönfeld
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