erstellt:           April 1994
überarbeitet:  Oktober 2004

 

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von Ralf Schönfeld

 

 

Passive Sicherheitsausrüstung

 

 

Schwimmweste

 

 

 

 

Definition

 

Unter dem landläufigen Begriff Schwimmweste wird unterschieden zwischen:

 

·        Rettungswesten und

·        Schwimmhilfen

 

 

 

 

Rettungsweste

 

Kennzeichen der Rettungsweste ist der Kragen.
RettungswesteBei einer Kenterung dreht sie den Schwimmenden automatisch auf den Rücken, so daß der Kopf, gestützt durch den Kragen, aus dem Wasser herausragt und auch dem Ohnmächtigen noch das Atmen ermöglicht.
Sie werden deshalb auch als ohnmachtsichere Westen bezeichnet.
Diese Art Weste ist üblicherweise in der Seefahrt verbreitet.
Für den Kanuten sind sie nur bedingt geeignet, weil sie die Bewegungsfreiheit zu sehr einschränken.
Kinder und auch Erwachsene die nicht schwimmen können, sollten allerdings unbedingt eine Rettungsweste tragen.


Bei Kindern auf jeden Fall eine Weste mit Bein- /Schrittgurten verwenden, und diese auch immer konsequent schließen !!!
Sonst können die Kinder im Wasser sehr leicht aus der, ansonsten geschlossenen Rettungsweste, nach unten herausrutschen  -   zumal man bei Kindern oft geneigt ist, die Ausrüstung etwas größer zu wählen.
Es nützt ja nichts, wenn die Schwimmweste schön oben schwimmt, der „Bengel“ aber rausrutscht und unter Wasser hängt.

 

 

 

 

SchwimmhilfeSchwimmhilfe

 

Was der Kanute landläufig unter Schwimmwesten versteht, sind im Grunde genommen nur reine Schwimmhilfen.
Um über Wasser zu bleiben, müssen entsprechende Bewegungen gemacht werden und sie bieten bei Ohnmacht keinen Schutz vor dem Ertrinken.
Dafür behindern sie weder beim Paddeln noch beim Schwimmen.
Sie sollte bestimmte DIN bzw. CE Vorschriften erfüllen.

 

Neben dem Auftrieb haben sie noch weitere wichtige Aufgaben zu erfüllen:

 

·        Den Oberkörper vor Verletzungen an Felsen schützen (z.B. vor Rippenbrüchen).

·        Eine Unterkühlung des Körpers zu vermeiden (Kälteschutz).

·        Rettern eine Zugriffsmöglichkeit zu geben.

·        Aufnahme selbstverständlicher Rettungsgeräte (Bergeleine, Brustgurt, Signalpfeife, Messer).

 

 

Wobei wir jetzt bei der Ausklinkweste (Gurtweste) wären.

 

 

 

 

Ausklinkweste (= Gurtweste)

 

Die Ausklinkweste bietet zusätzliche passive und aktive Rettungsmöglichkeiten.
Sie ist ebenfalls nur eine Schwimmhilfe, hat aber zumindest einen breiten Brustgurt der dazu dient, Rettungsleinen zu befestigen Ausklinkweste mit Brustgurt und Bergeleine mit Karabinerund ggf. sich bei Gefahr davon zu lösen (Abwurfmöglichkeit über Panikverschluß).
Gute Westen sind mit Bergegurt und einer Bergeleine (T-Cowtail) kombiniert.
Die Freigabe erfolgt über die Griffkugel an der Mittelschnalle (Panikverschluß) mit Mehrfachumlenkung und den Ablaufgurt.
Im Wildwasserbereich sollten nur Ausklinkwesten Verwendung finden.
Es gibt sie entweder ausgeführt als Schlupfweste (nicht teilbar) oder geteilt mit Reißverschluß oder zusätzlichen Gurtbändern und Schnallen für bequemes An- und Ablegen.

 

Anmerkung:

·        Nicht jede Schwimmhilfe mit einem Gurt in der Mitte ist aber automatisch eine derartige Ausklinkweste.
Das Kennzeichen der Ausklinkweste ist der Brustgurt mir Klemmschnalle und Griffkugel (Panikverschluß) sowie Mehrfachumlenkung.

·        Es ist bei Anfängern sehr häufig zu beobachten, daß sie zwar eine Ausklinkweste besitzen, die Mehrfachumlenkung des Gurtbandes aber nicht richtig anwenden und das Gurtband gleich durch die Klemmschnalle führen.
In diesem Fall ist der Brustgurt bzw. die Schnalle aber nicht in der Lage, die geforderten hohen Kräfte zu übertragen !!!!

 

·        Es wird sehr häufig der Klappdeckel der Klemmschnalle nicht korrekt/ weit genug geschlossen.
Den Klemmdeckel immer bis zum deutlich hörbaren Einrasten umklappen.

 

 

Tragen der Schwimmweste

 

Die Schwimmhilfe bzw. Rettungsweste sollte zweckmäßigerweise über der anderen Kleidung getragen werden.
Bei Gurtwesten bzw. im Wildwasser ist dies zwingend erforderlich, da sonst die aktiven und passiven Rettungsmöglichkeiten gar nicht genutzt werden können.
Grundsätzlich ist es bei allen Schwimmwesten von größter Wichtigkeit, daß sie stramm anliegen. Unter den Armen und über der Brust darf kein Spielraum sein.
Die Westen werden daher für verschiedene Körpergrößen (vor allem Umfang) angeboten und müssen sorgfältig ausgewählt, d.h. anprobiert werden.
Die Verschlüsse (meist Patentverschlüsse) müssen gut festgezogen werden, damit sie sich nicht unbeabsichtigt öffnen können.

 

Anmerkung:
Wesentlich umfangreichere und detailliertere Informationen zum Thema Schwimmweste/ Gurtweste/ Rettungssysteme stellt das „Canadier Handbuch“ bereit, das in gedruckter Form als 410-seitiges Taschenbuch im praktischen Format 12,3 x 19 cm zur Verfügung steht.

 

 

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© Ralf Schönfeld