erstellt: November 1997

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Canadier und GPS Info - Seite
von Ralf Schönfeld

 

 

Rückblick auf:

 

„Tagestouren bei Kehl bzw. Straßbourg am 22./ 23.11.97“

 

 

 

 

Dichter Nebel lag über ganz Süddeutschland, als am Samstag morgen die wettertrotzenden Paddelkameraden aus allen Himmelsrichtungen von fern her am vereinbarten Treffpunkt mehr oder weniger pünktlich einliefen; genauer gesagt natürlich einfuhren.

Auch den kleinen See an der Einsatzstelle verschleierte eine dichte Nebelbank und hüllte die Landschaft in ein gespenstisches Bild.

Rasch waren die Boote abgeladen und mit allerlei Verpflegung und Leckereien in den diversen Tonnen, Tönnchen und Packsäcken bepackt.

Jetzt kam auch Sibylle verspätet angehechelt, ihr Wägelchen hatte während der Anfahrt bei den leichten Minusgraden den Dienst verweigert.

 

Der kleine See schien zu dampfen und kochen.

Lautlos schoben sich die Boote durch die Nebelschwaden und schien die wetterfest verpackten Paddleusinnen und Paddler zu verschlingen, vom Ufer war jedenfalls schon nach wenigen Metern nicht mehr viel zu sehen  - ein herrliches Naturerlebnis.

Anschließend ging die Fahrt auf schmalem mäanderndem Bachlauf durch die malerischen urwaldähnlichen Auwälder und zahlreiche gefiederte Urwaldbewohner begleiteten unseren Weg.

 

Leider versperrten in diesem Jahr keine umgestürtzten Bäume die Durchfahrt - schade, schade, schade.

So blieben uns leider mehr oder weniger geschickt elegante artistische Darbietungen mit den unvermeidlichen spöttelnden Randbemerkungen versagt.

Nur ein Baumstamm unter der Wasseroberfläche bremste etwas unseren Vorwärtsdrang.
Während das Böötchen von Claudia und Ralf mit deren zartem Gewicht federleicht über das Hindernis hinwegglitt, mußte die Bootsbesatzung mit Georg und unserem stattlichen GOC-Häuptling Stefan im Bug einiges Wasser umwälzen, um darüber hinweg zu kommen, aber mit Georg’s elegantem Sidestep auf das Bäumchen letztendlich auch kein Problem.

 

Ganz erbarmungslos schlug dann das Schicksal bei Siggi und Ralf dem Zweiten zu (bei der Ausfahrt waren zwei Rälfer dabei).
Ne, ne, keiner mußte gegen seinen Willen das Boot verlassen und ein unfreiwilliges Bad nehmen, aber in ihrer unersättlichen Paddelgier waren sie zu weit vorausgefahren und haben nicht mitbekommen, wie Ralf der Erste den traditionellen lauschigen Rastplatz an der kleinen verträumt liegenden Hütte ansteuerte.

Schmerz und Trauer hielt sich beim Rest der Gruppe allerdings in Grenzen, mußte doch auf diese Weise der verlockend duftende Glühwein und die köstlichen Lebkuchen und Kekse, die der vorbildliche Organisator der Tour aus dem Gepäck hervorzauberte, nicht mit zwei weiteren hungrigen Mäulern geteilt werden  -  sä la Fieh oder so ähnlich würde man wohl in Frankreich dazu sagen.

Jedenfalls würgten die beiden Ärmstigen irgendwo ihre Vesperbrote herunter, während dessen sich die Anderen an dem wärmenden Feuer des genialen Georgschen ”Glühweinköchel”-Ofens erfreuten und dabei neben den Lebkuchen noch Lothar und Moni’s leckeren Wurstvorrat dezimierten.

 

So gestärkt konnte die kleine Canadier-Flottilie die Fahrt durch den nebulösen Badischen Dschungel auf kristallklarem Wasser wieder aufnehmen.
So manche wohlgenährte Forelle ließ dabei vor dem geistigen Auge am Lagerfeuer ihr Leben.
Ha, kaum wieder in den Booten kamen die Abtrünnigen reuemütig stromauf gepaddelt  -  scho späät (des war jetzt schwäbisch).

 

Traumhaft schön dann die letzten Hunderte von Meter zur Aussatzstelle.
Türkisblau schimmerte der Petersee und in Verbindung mit der immer noch dichten Nebelsuppe fühlte man sich an einen einsamen Gletschersee versetzt  -  einfach unbeschreiblich.

 

6 Personen in Siggi’s betagtem Corsa, um die Fahrer zur Einsatzstelle zurückzubringen, war dann eine nicht unreife Leistung für das kleine Wägelchen (der GOC-Häuptling war ja schließlich auch dabei).
Nur das ständige Jammerieren von Lothar aus dem Gepäckabteil wegen angeblich eingeengter Bewegungsfreiheit war etwas störend.
Ein wenig mehr an Disziplin wäre wünschenswert gewesen !

 

Dank Sibylles guten Connections konnten wir dann unser Nachtlager beim gastfreundlichen Kanuverein in Kehl aufschlagen.
Auf dem schmalen Wiesenstreifen nahmen die unterschiedlichsten Zeltkonstruktionen Gestalt an und auf allen möglichen Heizquellen wurden kulinarische Köstlichkeiten zelebriert  -  mehr oder weniger, je nach Geschmacksnerv eben.
Lothars Gulasch jedenfalls war einfach wieder gourmenant  -  wie immer halt.

Gemeinsam verbrachte man dann den Abend (äh oder doch eher Nacht ?) in geselliger Runde in dem Ersten Ralf’s ”Speziool Kothe” in der der ”Speziool-Yukon-Ofen” bullerte und behagliche Wärme spendete.

In seeliger Glühweinlaune lungerte und räkelte mann/frau sich jedenfalls wollig auf den fellgedeckten Schlafstätten von Georg, Claudia und Ralf.

 

Beim ausgiebigen reichlichen Spätstück oder vielleicht war’s auch schon Brunch, wurden die Paddelpläne für den verbliebenen Tag geschmiedet.
Die langdiskutierte spontan geniale Idee Straßbourg aus der reichverzweigten Kanalperspektive aus zu besichtigen scheiterte leider an einem nicht vorhandenen ortskundigen Scout.
Doch auch die ersatzweise durchgeführte Kehler-Hafenrundfahrt rundete für jeden dieses erlebnisreiche Wochenende ab, bevor sich jeder bei seinem mehr oder weniger langen Nachhauseweg auf die Strümpfe machte.

 

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© Ralf Schönfeld