erstellt:           Januar 2006
aktualisiert:    Mai 2006

 

 

 

 

„ Grün-weiß-grüne Wintertour

 

      (zwischen Weihnachten und Neujahr)

 

 

Anmerkungen:
Der nachstehende Bericht ist in der Zeitschrift „Kanu-Sport“ des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) www.kanu.de in dessen Ausgabe 03/2006 zuerst veröffentlich worden und steht nun in leicht modifizierter Form auf meiner Webseite ebenfalls zur Verfügung.

Noch mehr Bilder von dieser Tour sind hier zu finden: http://home.arcor.de/canadier-gps-info/g-wt1205

 

 

 

 

Alljährlich treffen sich ein paar unentwegte Canadierfahrer vom GOC zu einer mehrtägigen Gepäckfahrt, um das vergangene Paddeljahr würdig zu beschließen. Dabei gibt es allerlei interessantes zu erleben.

 

 

Endlich ist es soweit. Nach dem vergangenen Feiertag wohlgenährt, treffen sich Thomas mit Sohn Andreas aus der Bodensee-Region, sowie Georg und Ralf aus der Stuttgarter Ecke am zweiten Weihnachtsfeiertag in Villersexel am Fluss Ognon zur schon traditionellen Gepäckfahrt des GOC bis Silvester  -  als krönender Abschluss des Paddeljahres (GOC = German Open Canoe e. V.; www.g-o-c.de).

Der Ognon ist dafür ein ideales und lohnendes kleines Wald- und Wiesenflüsschen im benachbarten Frankreich.

 

 

Die Landschaft präsentiert sich uns leider
in makellosem grün.

Er entspringt am Westhang der Vogesen und schlängelt sich in seinem Mittellauf durch eine liebliche Hügellandschaft.

Das Auge ist allerdings etwas enttäuscht. Die Landschaft präsentiert sich uns in einem makellosen grün, von einem weißen Winterkleid ist leider weit und breit nichts zu sehen. Für eine „richtige“ Wintertour eben optisch nicht ganz so passend.

 

Um den geheizten Wohnstuben zu entfliehen und die Tage im geselligen Kameradenkreis in der Natur zu verbringen, eben da wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, werden die beiden Canadier rasch mit Zelt, Schlafsack und etwas Verpflegung beladen.

Das Gepäck natürlich alles sorgfältig wasserdicht verpackt. Platzprobleme gibt es bei unseren 17-Fuß „Frachtschiffen“ glücklicherweise nicht.

Schon bald trägt die Strömung die schwer beladenen Boote mit den vermummten Gestalten auf und davon. Der Wasserstand ist dieses Jahr ausnahmsweise einmal nicht üppig zu nennen, aber trotzdem ausreichend.

 

Jedenfalls konnte in all den vergangenen Jahren der Wasserstand eher der Kategorie Hochwasser zugerechnet werden. Doch dafür halten nun Petrus’es Schleusen dicht, was ja auch nicht zu verachten ist.

In dieser Jahreszeit muss in dieser Gegend am Rand der Vogesen, insgesamt schon mit rauem Wetter gerechnet werden. Aber egal, wir nehmen das Wetter eben so wie es kommt.

 

 

Gemütliche Behausungen

 

Am Nachmittag schlagen wir dann in einem uns schon gut bekannten Wäldchen das Nachtlager auf. Bevor die Dunkelheit hereinbricht setzt hektisches Treiben ein.

 

Gemütlich ist es in den „Tipis“ und Georg’s
Ofen strahlt behagliche Wärme aus.

Ruckzuck werden die beiden bewährten „Speziool Tipi-Kothen“ schwedischer Herkunft aufgestellt. Diese werden wohnlich mit je einem kleinen Holz-Öfelchen mit Ofenrohren und selbstverständlich stilvoll mit kunstvollen Kerzenleuchtern ausgestattet, alles „Made by Georg“.

Da wir nur holzbefeuert kochen, muss noch entsprechend trockenes Holz gesammelt, gesägt und gespalten werden. Ein Rhythmus, der uns die nächsten fünf Tage begleiten wird.

 

Und weil wir alle, mit Ausnahme von Andreas, nicht mehr so ganz die Jüngsten sind, hocken und kauern wir nicht kreuzunfreundlich auf Tonnen und Fässern herum, sondern platzieren unsere Gesäße auf bequemen, mit Rheumafellen kaschierten, scheußlich blauen Klappstühlen.

Aber das ist auch so ziemlich der einzige Luxus den wir uns gönnen, sonst geben wir uns ganz der kargen Bescheidenheit hin.

 

Während wir die vergangenen Touren bezüglich Unterkunft und Verpflegung etc. immer in der Gruppe organisiert haben, steht dieser Trip unter dem Motto, dass jedes Boots-Team unter allen Situationen möglichst mit der eigenen Ausrüstung und Verpflegung etc. im Schutz der Gemeinschaft zu Recht kommen sollte.

Auf diese Weise möchten wir noch weiter an Ausrüstung und Erfahrung feilen. Natürlich kommt dabei die Kameradschaft trotzdem nicht zu kurz.

 

 

Schnee    die Optik passt

 

 

Wir sind „happy“  -  es hat geschneit.
Nun passt auch die Optik für eine Wintertour.

Der Morgen wartet mit einer Überraschung auf: Nach trommelndem Eisregen in der Nacht hat es nun doch geschneit.

Herrlicher Pulverschnee wohin das Auge blickt, wir freuen uns wie die Schneekönige über die weiße Pracht. Jetzt passt Optik und auch Titel  -  Wintertour!

Georg und Ralf nutzen die Gunst der Stunde und tauschen flux die Hüte gegen elegant-warme Fell-Mützen aus, das Outfit wird angepasst.

 

Die anschließende Paddel-Etappe lässt keine Langeweile aufkommen. Der mäandernde Ognon gestaltet mit zahlreichen engen Kurven, Stufen, fahrbaren Wehren und gelegentlichen Baumhindernissen in Verbindung mit der munteren Strömung die Fahrt interessant und abwechslungsreich.

Bei den schwer beladenen Booten erfordert dies allerdings sicheres und konzentriertes Agieren. Angesichts der frostigen Temperaturen und dem kalten Wasser muss eine Kenterung auf alle Fälle vermieden werden.

Schließlich sind wir nicht mit Neopren- oder Trockenanzug ausstaffiert, sondern paddeln in normaler, warmer und robuster Outdoor-Kluft nach dem Zwiebel-Prinzip. Das Tragen von Schwimmwesten ist natürlich eine absolute Selbstverständlichkeit.

 

Frau Holle meint es besonders gut mit uns.
Wir futtern uns daher eine Speckschicht an.

Schlau wie wir sind wird das nächste Camp in schöner Lage am Rand eines Wehres errichtet, das wir ohnehin hätten umtragen müssen. So schlagen wir zwei Dinge mit einer Klappe.

Frau Holle meint es weiterhin gut mit uns und verteilt eifrig pulvrige Schneeflöckchen.

Mehrgängige Menüs mit deftiger Verpflegung halten uns während dessen am Leben. Der Energiebedarf unter solchen Bedingungen ist doch beachtlich.

 

In den stundenlangen gepflegten „Candle-Light-Dinners“ bemühen wir uns jedenfalls redlich eine dicke Fettschicht anzufuttern. Auf vier Stunden Paddeln kommen vier Stunden Essen.

Damit gelingt es uns allerdings nicht ganz einen spartanischen Ausgleich in freier Natur zur feiertäglichen Völlerei zu schaffen. Ja, solche Ausfahrten können schon anstrengend sein. Dafür wird aber auch immer alles ratzeputz wegschnabuliert.

Diverse ätzende und brennbare Flüssigkeiten in Form destillierter heimischer Früchte aus sorgsam gehüteten Fläschchen sorgen für die notwendige Bekömmlichkeit. Selbstverständlich werden aber immer nur „wänzige Schlöckchen” injiziert.

 

 

Behagliche Ofenwärme

 

 

Eisbrecher bei der Arbeit.
Aber bei dem Gewicht auch kein Problem.

Dabei strahlt das kompakte, von Georg genial ausgetüftelte Öfelchen eine behagliche Wärme und Gemütlichkeit aus. Auf diese Weise kann sich der Körper hervorragend von seinen ungewohnten Taten tagsüber regenerieren und eine gesunde Müdigkeit macht sich breit.

Nebenbei kann auch noch nasse Ausrüstung in den „Tipis“ effektiv getrocknet werden. So gestärkt kann der nächste Paddeltag kommen. Leben wie Gott in Frankreich nennt man wohl so was.

 

Der weitgehend naturbelassene Ognon bietet uns weiterhin viel Abwechslung. Nahezu lautlos gleiten die Boote durch die unberührte Winterlandschaft.

Über einem ruhigen Flussstück ohne Strömung spannt sich bereits eine Eisdecke und versperrt uns die Weiterfahrt. Das Eis ist schon etwas dicker, aber bei dem stattlichen Gewicht unsere kleinen Schiffchen schaffen wir es dieses klirrend und knackend zu brechen.

Nach 200 m ist die schweißtreibende Arbeit glücklicherweise beendet, die Strömung nimmt wieder zu und kein Eis behindert mehr unseren ungestümen Vorwärtsdrang.

 

Erinnerungen an zurückliegende Taten und Erlebnisse werden wieder lebendig. Vor vielen Jahren hatte nämlich zur gleichen Zeit nicht Dauerfrost, sondern tagelang anhaltender Dauerregen für einprägende Anekdoten gesorgt.

Die verträumt daliegenden Ortschaften wirken wie ausgestorben.

 

Naturbelassen der Flusslauf.
Keine Menschenseele ist außer uns unterwegs.

Immer ein Highlight der Tour ist die nette hübsche Deutsch-Französin, bei der wir schon seit Jahren Trinkwasser bunkern dürfen. Wir können uns mit ein paar Tafeln Schokolade für die „Kids“, oh pardon „Enfants“ revanchieren.

 

Generell beeindruckend ist immer wieder die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der einheimischen Bevölkerung. Kaum eine Menschenseele ist um diese Jahreszeit anzutreffen.

Verstohlen beäugen uns ungläubig die wenigen einheimischen Passanten. Es sind meist schwer bewaffnete Jäger mit Zwillings-Flak und der eine oder andere versprengte Angler.

Obwohl in Verbindung mit Paddlern manchmal eine eher konfliktgeladene Mischung, scheint man uns Respekt zu zollen. Ob’s wohl an unserem nahezu perfekten akzentfreien schwäbischen französisch liegt?

Um das Heil unserer Fellmützen bzw. dem darunter befindlichen Inhalt sind wir aber doch etwas besorgt.

 

Im Sommer, wenn der Massen-Tourismus und die Vermietboot-Flotten über den armen Ognon herfallen, mag’s allerdings anderes aussehen  -  ich weiß es nicht. Zurzeit sind wir anscheinend weit und breit die einzigen Paddler.

 

 

Umtragungen sind „easy“

 

 

Bei dem herrlichen Pulverschnee sind
Umtragungen ruckzuck erledigt.

Manche Wehre am Ognon können mit den beladenen Canadiern gefahren, manche müssen getreidelt oder umtragen werden. Das wird je nach Situation und Wasserstand vor Ort beurteilt und entschieden.

Dank der Schneeauflage sind die Portagen dieses Jahr schnell und „easy“ erledigt. Die Boote werden im Teamwork mitsamt dem Gepäck einfach wie Schlitten gezogen.

Durch die angenehm trockene Kälte mit pulvrigem Schnee ist dabei an dem relativ weichen Royalex-Material kein Abrieb festzustellen. Bei verharschtem Schnee würde die Sache schon anders aussehen.

 

Thomas, der sein edles Böötchen besonders liebt und nicht ganz so gern schiebt, packt trotzdem ab und zu lieber aus. Auf jeden Fall bleiben uns dadurch einige lästige und zeitraubende Umtragungen erspart.

In der Nacht schüttelt Frau Holle wieder ihre Bettdecke aus, der herrliche Schneeteppich wächst weiter. Uns freut’s.

Nur Ralf ist etwas enttäuscht: Das Thermometer will einfach nicht auf zweistellige Minusgrade sinken.

 

Es ist schon fast Mittag, als wir nach herzhaft kräftigem Frühstück unsere mit Sack und Pack beladenen Canadier wieder ins Wasser gleiten lassen. Aber das Leben in und mit der Natur ist uns wichtiger als das Herunterreißen möglichst vieler Flusskilometer.

Die Stromschnelle bei einem verfallenen Wehr an einer Mühle wird ausgiebig „gescoutet“, bevor sie befahren wird. Die Welle am Ende der Stromzunge ist für die langen und beladenen Boote schon etwas heftig.

 

Jedes Wehr oder jede Stromschnelle wird
„gescoutet“. Sicherheit steht an oberster Stelle.

Es wird sich auch bei defensiver Fahrweise kaum vermeiden lassen, dass ein gehöriger Schluck Wasser den Weg ins Boot findet. Aber was soll’s, wir sind alle spritzwasserdicht beinbekleidet und Schwamm und Schöpfkelle gibt’s ja auch.

Angesichts der frostigen Randbedingungen und dem kalten Wasser ist sichere Bootsbeherrschung, präzises Fahren und ein sorgfältiges Abwägen der jeweiligen Situation schon unabdingbar.

 

Den Ognon verlassen die strömenden Kräfte. Nur wenige etwas stärker fließende Passagen und Schwälle erfreuen heute die Paddlerherzen, aber dafür wird uns verstärkt die Möglichkeit geboten beim „Grundschlag-Vorwärts” die Armmuskeln zu stählen.

Wir folgen dem weitgehend naturbelassenen Flussverlauf durch eine idyllische und noch intakte Wiesen- und Auenlandschaft. Sie bietet zahlreichem Federvieh einen Lebensraum.

Unzählige Reiher, Kormorane und majestätische Greifvögel, die einsam durch die Lüfte streichen, sind wiederum unsere Wegbegleiter. Immer wieder präsentiert uns einer der seltenen Eisvögel stolz sein stahlblaues Gefieder. Sie gestalten die Fahrt auf dem jetzt immer zäher werdenden Ognon nach wie vor kurzweilig.

Was die neugierig auf der Koppel herbeieilenden „Fluss“-Pferde wohl über uns denken mögen? Na ja, vielleicht halten die uns einfach nur für ganz „normale“ Rindviecher.

 

 

Kuschelige Daunenberge

 

Ein traumhafter Übernachtungsplatz am Waldesrand. Das hat Schnuffelnase Andreas hervorragend ausgekundschaftet.

Die Nacht ist sternenklar und lässt das Quecksilber auf -18 °C absacken. Wir sind zufrieden und Ralf ist schlicht und einfach begeistert.

Nach fast 10 Jahren endlich wenigstens annähernd die Temperaturen, wie bei der unvergesslich frostigen Wintertour’96.

 

 

Ein prachtvoller kalter Morgen bei –18°C.
Auf Schlafsäcke und Ausrüstung ist Verlass.

In weiser Voraussicht auf die Launen des Wettergottes haben wir heuer wieder die voluminösen Daunenberge dabei und vertrauen ganz auf die Qualitäten unserer Winterkuscheltüten. Ist das letzte Holzstückchen im Ofen verglüht, ist es auch in unseren Zelten genauso kalt wie „Outdoors“.

Jetzt können die High-Tech Produkte mal beweisen, dass ein Wärmekragen und eine gut sitzende Kapuze nicht nur blumige Worte in den bunten Werbeprospekten sind, sondern in der Tat nützliche Ausstattungsfeatures darstellen. Sich aus dem kuschelig warmen Schlafsack zu schälen und in die kalten Klamotten zu schlüpfen kostet schon etwas Überwindung.

 

Natürlich sind unsere Wasservorräte jetzt endgültig über Nacht zu steinharten Eisblöcken gefroren.

Aber Georg hat vorgesorgt und verwendet grundsätzlich nur handliche 5 l Kanister. In einem mit Flusswasser gefüllten größeren Topf können wir diese nun über dem Feuer wieder zu neuem Leben erwecken. Und Schnee gibt’s ja auch noch zu hauf.

Die massiven Zeltheringe sind im Boden festgefroren und widersetzen sich beim Abbau des Lagers vehement der Entnahme. Aber erbarmungslos wird dieser aufmüpfige Widerstand niedergeschlagen, wir müssen schließlich weiter.

 

 

Gleiten durch scheinbar unberührte Natur

 

An diesem fünften und letzten Paddeltag zeigt sich zum ersten Mal die Sonne und taucht die verträumt wirkende Landschaft trotz der Kälte in ein warmes Licht. Nebel hängt über dem Fluss  -  einfach phantastisch.

Beim Einbooten splittert die zarte Eisdecke am Ufer. Neben dem Schnee schmückt nun zusätzlich Raureif die Bäume und Sträucher.

Es ist heute ein besonders prächtiger Tag, wir genießen diese Stunden in vollen Zügen. Ein malerisches Schlösschen säumt den Flusslauf.

 

 

Wir genießen diesen Tag in vollen Züge.
Leider lässt uns dafür die Strömung in Stich.

Dafür wächst mit jedem Einsteigen die Eiskruste im Boot langsam aber sicher zu einem Eispanzer heran. Da wir stets kniend unsere Canadier vorwärts bewegen, fehlt es uns nun etwas an „Grip“. Jetzt vermissen wir doch, dass wir unsere Boote nicht mit Kniegurte outgefittet haben.

Über die Wasserverdrängung unserer Frachtkähne sind wir tief beeindruckt. Der Wasserentzug lässt die zugefrorenen Uferränder krachend knacken.

 

Ein Wehr, bei dem wir treideln müssen, lädt zu einer wohlverdienten Rast ein. Heißer Tee und Kekse wechseln den Besitzer.

Jeder Zweig, Ast oder Grashalm der ins Wasser ragt, schmückt sich mit einer kleinen Eisglocke.

Heute müssen wir noch etwas „Kilometer fressen“, um den anvisierten Endpunkt der Tour, den kleinen Häuserflecken Cirey mit dem dort vorab abgestellten Fahrzeug, zu erreichen. Das Entern eines Taxis ist in dieser Gegend nämlich kein einfaches Unterfangen.

 

Leider lässt die Strömung nun endgültig nach, „Handarbeit” ist angesagt und lange Arme drohen. Die Weiterfahrt wird immer zäher.

Dafür entschädigt eine besonders lange Bootsrutsche mit unverhofftem Fahrspaß.

Es dünkelt schon als wir das fünfte und letzte Nachtlager bei Cirey aufschlagen.

Zum Abschluss unserer Mini-Expedition werden noch mal fürstliche Menüs kredenzt mit „Crepes a la Schorsch“ zum Nachtisch (eben die allseits bekannten und geschätzten köstlichen teutonischen Pfannkuchen die Georg immer macht  -  aber schließlich sind wir hier ja in Frankreich).

Das genüssliche Schmatzen dürfte unüberhörbar sein und die letzten Tropfen hochprozentiger Seelentröster gluckern die Kehlen hinunter.

 

 

Zum Abschied grüne Wiesen

 

Heftige Sturmböen streichen durch die kahlen Baumwipfel und rütteln in der Nacht gewalttätig an der Zeltleinwand. Die ergiebigen Schneeschauer gehen zunehmend in Eisregen und dann in ganz „normalen“ popeligen Regen über.

Der Blick am nächsten Morgen aus dem Zelt ist entsetzlich: Der Schnee, wo ist er geblieben?

 

 

Uns packt das Entsetzten.
Der schöne Schnee, wo ist er geblieben??

Grüne Wiesen soweit das Auge reicht. Waren die vergangenen herrlichen Schneetage nur ein Traum?

Ein überraschender Wärmeeinbruch hat gegenüber gestern die Temperatur um über 25 Grad in die Höhe schnellen lassen und all den schönen Schnee über Nacht dahin gerafft.

 

Heute ist der 31.12.; Silvester. Wir müssen an die Heimreise denken.

Die Zeit ist viel zu schnell und wie im Fluge vergangen, der Abschied fällt schwer. Solch ideale Bedingungen mit gutem Wasserstand, trockener Kälte und herrlichem Schnee werden wir vermutlich nicht so schnell wieder vorfinden, das wird kaum mehr zu toppen sein.

Aber der genehmigte Ausgang von den daheimgebliebenen Lieben geht leider dem Ende zu, versprochen ist versprochen.

 

Rasch ist nun am Morgen das Gepäck in ungewohnter weise nicht in den Booten, sondern im Fahrzeug verladen und uns bleibt nur noch adieu und merci zu einer Landschaft zu sagen, die durch eine selten gewordene wohltuende Ursprünglichkeit besticht.

Es waren ein paar wundervolle Tage auf dem Fluss und in der frischen Luft. Schwer fällt der Abschied, aber wir freuen uns schon wieder auf die Wintertour im nächsten Jahr.

 

Man muss nicht unbedingt nach Lappland, Kanada oder gar Alaska reisen, um unvergessliche Abenteuer zu erleben, das „Outback“ fängt schon vor der heimischen Haustüre an  -  und das nicht nur bei 20 Grad Frost.

Zu Hause angekommen erinnert nochmals ein wohlverdienter Schmutzrand in der Badewanne an die vergangenen unvergesslichen Tage im Kreise zuverlässiger Paddelkameraden.

Wie eingangs schon erwähnt, gibt es noch mehr Bilder von dieser Tour auf der Seite: http://home.arcor.de/canadier-gps-info/g-wt1205

 

 

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© Ralf Schönfeld