Auszug aus Ralf Schönfeld    „Das GPS - Handbuch“  (Band 1/Band2)

 

 

Was ist eigentlich mit so einem kleinen GPS-Handgerät anzufangen, lohnt sich denn das?

Dass diese Frage nicht einfach pauschal beantwortet werden kann, ist klar. Ein wesentlicher Faktor ist dabei, welche Wünsche und Erwartungen der Anwender damit verbindet.

Es gibt sehr viele Leute, die überhaupt keine Vorstellung davon haben, was mit so einem Gerät gemacht werden kann, oder was damit nicht möglich ist. Hinzu kommt, dass mancher Besitzer eines GPS-Empfängers das Potential seines Gerätes nur zu einem geringen Bruchteil ausnützt.

 

Deshalb möchte ich mit den nachfolgenden Ausführungen die erforderlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz, die Vor- und Nachteile, sowie die Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen, die so ein kleines, leichtes und kompaktes GPS-Handgerät bietet.

Da das mögliche Einsatz-Spektrum sehr weit gefächert ist, können die Aussagen auf zahlreiche Outdoor-Aktivitäten und Einsatz-Profile übertragen werden (Wandern, „Hiken“, Bergsteigen, Fahrradfahren, Mountain-Biken, Wassersport wie Paddeln und Segeln, Sportschifffahrt, Motorrad, Fahrten auf und abseits der Straße, Fliegerei/Flugsport, u. v. m.).

 

Ich möchte allerdings nicht unerwähnt lassen, dass ich weder Pilot, Seemann, noch Segler- oder Sportbootfahrer bin. Die vorgestellten Navigations-Beispiele sollen nur exemplarisch die Möglichkeiten und Verfahren mit GPS aufzeigen.

Prinzipiell sind sie auf zahlreiche unterschiedliche Aktivitäten übertragbar. Ich verzichte daher bei den Display-Abbildungen ganz bewusst auf die Einstellung von nautischen Meilen und Knoten, auch wenn dies in dem einen oder anderen Beispiel aus seemännischer Sicht oder aus den Augen eines Piloten befremdlich aussehen mag.

Die Methoden und Beispiele sollen ja allgemeingültigen Charakter haben. Ich bitte daher etwas um Nachsicht.

 

 

Themenschwerpunkte

 

Die Themenschwerpunkte mit denen wir uns näher befassen werden, möchte ich nun kurz vorstellen. Ich habe versucht, sie möglichst in einer sinnvollen Reihenfolge anzuordnen. Dies ist nicht immer so einfach möglich, ohne Kompromisse einzugehen. Der eine Nutzer findet dieses nützlich, der andere jenes. Deshalb einfach die Themen herausgreifen, die interessant und hilfreich erscheinen.

Im Einzelnen werden es in dem Band 1 und Band 2 des „GPS-Handbuches“ die folgenden sein.

 

Themen vom Band 1:

 

  • Das NAVSTAR - Gesamtsystem
  • Der GPS-Empfänger    Allgemeines
  • Genauigkeit des GPS-Systems
  • Grund-Funktionen der Geräte
  • Grundlagen der Navigation
  • Navigation und Orientierung mit GPS
  • Touren-Planung.
  • Mit Tracks zur eigenen „Basemap“
  • Grundlagen der Kartographie
  • UTM - Gitter und Nationale Koordinaten - Systeme
  • Landkarte mit geographischem Gitter
  • Nutzung von Karten ohne Gitter

 

Der Band 2 behandelt dann diese Themen:

 

  • GPS-Handgeräte, die Hardware
    (Schwerpunkt: Empfänger der Fa. Garmin.
  • GPS und PC - Software/Digitale Karten
  • Garmin „MapSource“/Magellan „MapSend“
  • Was ist Geocaching?
  • Tipps und Hinweise
  • Fazit für den Einsatz von GPS
  • Links im Internet

 

 

Eines möchte ich aber doch gleich vorausschicken.

Mit dem Besitz eines GPS-Gerätes kann man nicht fehlende Grundkenntnisse bei der Orientierung und Navigation kaschieren. Früher oder später wird man sonst „Schiffbruch“ erleiden. Deshalb stellt sich die häufig gehörte Frage gar nicht: „Soll ich mir ein GPS-Gerät kaufen, oder Karte und Kompass benutzen“.

Wer dagegen ein GPS als ein weiteres Hilfsmittel zur Navigation und Orientierung betrachtet, hat die besten Voraussetzungen dazu, das darin steckende ungeheuer große Potential nutzbringend einzusetzen. Was GPS deshalb nicht kann und auch nicht sollte bzw. darf, ist fehlende Grund-Kenntnisse in der Navigation und Orientierung ersetzen, wie beispielsweise den sorgfältigen und geübten Umgang mit Karte und Kompass.

 

Das Mitführen eines GPS-Gerätes sollte man stets als eine Art zusätzliche Versicherung betrachten. Dann wird man auch nie beim Ausfall des Systems, aus welchen Gründen auch immer, eine böse Überraschung erleben. Bis auf wenige Ausnahmen, ist der Einsatz von GPS abseits der Zivilisation grundsätzlich auch nur in Verbindung mit präzisen Papier-Karten möglich bzw. sinnvoll (Topographische- oder See-Karten), dazu aber in einem der nächsten Kapitel mehr.

 

Wenn ich bei der Beschreibung die eine oder andere Funktion/Menü-Führung/Tasten-Kombination der Geräte erwähne oder Display-Abbildungen zeige (Screenshots), beziehen sich diese auf die bei uns sehr weit verbreiteten GPS-„Handys“ des US-Herstellers Garmin.

Obwohl ich persönlich nur auf praktische GPS-Erfahrung mit diversen Garmin Empfängern zurückgreifen kann, möchte dieses „GPS-Handbuch“ die Thematik des GPS-Einsatzes von Handgeräten, allerdings insgesamt möglichst Hersteller und Geräte unabhängig, vorstellen.

Die Aussagen können deshalb prinzipiell problemlos auf Geräte anderer Hersteller übertragen werden (z. B. Magellan, Alan, Silva, ...), zumal auch innerhalb den Produkten eines einzigen Produzenten in der Bediener-Führung unterschiedliche Konzepte zu finden sind.

Viele, für die Navigation und Orientierung relevanten Parameter, sind sowieso unabhängig von Gerät und Hersteller, wie z. B. Peilung, Soll-Kurs, Kursversatz, eigene Bewegungsrichtung, Wegpunkte, Routen etc. Was da jeweils dahinter steckt wird später noch detailliert erklärt.

Allerdings beschäftigt sich der Part „GPS-Handgeräte, die Hardware“ in dem Band 2 schon vor allem mit den Hand-Empfängern der Fa. Garmin.

 

Insgesamt möchte ich einfach nur anregen, sich intensiver mit seinem GPS-Empfänger auseinander zu setzen und damit „herumzuspielen“, um mit dessen Bedienung vertrauter zu werden und mehr von dessen Potential nutzen zu können.

Über spezielle Funktionen und Tasten-Kombinationen gibt dann die jeweilige Bedienungs-Anleitung Auskunft. Die modernen Geräte der renommierten Hersteller verfügen dazu über eine recht logisch aufgebaute Menü-Steuerung per Tastendruck, die auch einen Anfänger nicht verzweifeln lässt.

Was die Bedienungs-Anleitungen in der Regel allerdings nicht vermitteln, sind Hintergrund-Informationen, also das „Warum und Weshalb“. Sie beschreiben zwar wie die Geräte für spezielle Funktionen bedient werden müssen, nicht aber wie diese dann für die Navigation und Orientierung eingesetzt werden können. Diese Lücken möchte ich versuchen zu schließen.

 

Zahlreiche Anwender legen großen Wert auf ein Gerät mit deutscher Menü-Führung, da sie sich mit der englischen Sprache schwer tun. Trotzdem würde ich jedem dringend empfehlen, auf die englische Menüführung zurückzugreifen.

Im Englischen sind die Navigations-Begriffe klar und eindeutig definiert. Sie sind internationaler Standard und werden in dieser Nomenklatur auch bei der beruflichen Luft- und Seefahrt verwendet. Bei der Navigation ist Englisch Fachsprache.

Die deutschen Übersetzungen sind dagegen je nach Gerät und Hersteller nicht immer soo eindeutig und teilweise sogar missverständlich. Sie lassen manchmal viel Spielraum zur Interpretation zu, was denn nun eigentlich konkret gemeint ist. Das liegt aber nicht an der Unfähigkeit der Übersetzer, sondern einfach darin, dass nicht alle Begriffe im Deutschen standardisiert sind (ausnahmsweise).

 

Es sind auch nicht viele Begriffe mit denen wir uns „herumschlagen“ müssen, in der Praxis und mit etwas Übung aber letztlich eine große Erleichterung. Ich erwähne deshalb stets zusätzlich die englischen Begriffe. Die meisten Display-Abbildungen in dem Büchlein sind bewusst bei englischer Menü-Führung getätigt, um Euch dieses „schmackhaft“ zu machen.

 

Eine Hoffnung vieler Interessenten an einem GPS-Handgerät muss ich aber gleich zu Beginn zerschlagen, und ein weit verbreitetes Missverständnis aus dem Weg räumen. Es sind inzwischen zahlreiche GPS-Empfänger mit hinterlegter vektorisierter Karte auf dem Markt, die „Map“-Geräte.

Auf diese Geräte können aber nur ganz spezielle Vektorkarten des Geräteherstellers geladen werden, nicht aber eigenes individuelles Kartenmaterial wie z. B. topographische Karten (Top50/AMAP/SwissMap/ MagicMaps), eigene Seekarten, gescannte Karten, Karten von Routenplanern  etc.

Eine Ausnahme bilden lediglich die PDAs (Palm oder Pocket-PC) mit GPS, und entsprechender zusätzlicher Software.

 

Nicht eingehen werde ich auf die GPS-„Mäuse“. Das sind reine Empfänger ohne Tastatur und Display. Zur Navigation/Orientierung sind sie nur in Verbindung mit entsprechender Software auf einem Laptop/Notebook oder PDA (Palm/Pocket-PC) geeignet.

Ich möchte mich also hier ausschließlich mit Handgeräten auseinandersetzen. Es ist aber kein Problem, all die Infos zum GPS-System selbst, und den Grundlagen der Navigation mit den GPS-„Handys“ auf größere, fest installierte Anlagen zu übertragen (z. B. in Booten, Flugzeugen etc.).

Fest installierte Fahrzeug-Navigations-Systeme muss man allerdings hierbei ausklammern, da der GPS-Part bei diesen nur ein Teil des Gesamt-Systems darstellt.

 

 

Zurück zum „GPS - Handbuch“

 

Copyright beim Verfasser:                                 Zurück zum Seitenanfang                                  Zurück zur GPS Info-Seite
© Ralf Schönfeld