erstellt:           29. September 2002
aktualisiert:    18. Oktober 2002

 

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Canadier und GPS Info - Seite
von Ralf Schönfeld

 

 

 

 

Vorhandene Papierkarten unter FUGAWI 3 GPS-tauglich machen -
die Erfahrungen eines Anwenders

 

 

 

 

Allgemeines

Ein Leser meiner Webseite, der namentlich nicht näher genannt werden möchte, hat mir die nachfolgende Beschreibung zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
Er möchte damit seine gewonnenen Erfahrungen beim Scannen, Kalibrieren und Verwalten von Papierkarten unter dem GPS-Softwareprogramm Fugawi 3 der GPS- und Fugawi Gemeinde weitergeben, da das Sammeln eigener Erfahrungen in der Regel bitter oder zeitaufwendig ist.
Es soll dazu beitragen, dass dem einen oder anderen Anwender „Lehrgeld“ oder Enttäuschungen erspart bleiben.

 

 

 

1.      Eingescannte Karten verarbeiten

1.1     Einscannen von Karten

 

Es lohnt sich vom Verhältnis Zeitaufwand – Kosten auf jeden Fall, große Karten von einem Kopierbetrieb über einen Plotter (Scanner wie „Heißmangel“) einscannen zu lassen.
Dabei sollten keine unnötig hohen Auflösungen und unnötig viele Farben eingestellt werden. 150 dpi bei 256 Farben sind vollkommen ausreichend. Das TIFF-Format hat sich bewährt und ist leicht zu handhaben.
Mit diesen Einstellungen müssen die Karten hinterher nicht mehr auf dem PC nachbearbeitet werden.
Der große Scan hat den Vorteil, daß sich die Anzahl der zu kalibrierenden (zeitintensive Tätigkeit) und importierenden Blätter drastisch reduziert.

Auch wenn z.B. das JPEG-Format möglich ist, zeigt sich jedoch beim Gebrauch, dass Fugawi damit Probleme hat.
Die Handhabung der Karten ist strapaziös und deshalb nicht praktikabel (durch Kompressionsverfahren zwar kleine Dateien, aber immenser Bedarf an Arbeitsspeicher (RAM) im Gebrauch).

 

 

1.2     Bitmap-Dateien unter Fugawi in TIF Packbit Compressed konvertieren

Im Kalibriermodul können ggf. x-beliebige Bitmap-Dateien in für Fugawi problemlos lesbare TIF Packbit Compressed Dateien mit 256 Farben umgewandelt werden. Dieses Grafikformat ist für Fugawi optimal geeignet und empfiehlt sich.
Hierzu im Kalibriermodul bei geöffneter Karte zum Kalibrieren einfach „Extras“ => „Bilddatei konvertieren“ auswählen.

 

1.3     Kalibrieren von Karten

 

Karten einzuscannen ist in der Regel nicht erlaubt und darauf wird auch auf den Blättern selbst verwiesen.
Wer es dennoch tut macht sich strafbar.

Das Kalibrieren an sich ist recht einfach und im Handbuch gut beschrieben.
Die einzelnen Blätter eines Landes/ Gebietes müssen sich leicht überdecken, damit Fugawi den Anschluss zum Nachbarblatt herstellen kann, damit z.B. bei angeschlossenem GPS am Laptop unterwegs die einzelnen Blätter als eine große Karte „gehandelt“ werden können.
Das Kartendatum (= Kartenbezugssystem) ist zunächst auf WGS 84 voreingestellt. Hier muß das, der Karte zugrunde liegende Kartendatum aus einer umfangreichen Auswahlliste gewählt werden.

Angaben zum Kartendatum finden sich häufig am Kartenrand oder der Legende (z.B. ED1950, Potsdam, CH-1903, RT 90, NAD 27xx, ....).
Liegen allerdings keine Angaben zum Kartendatum vor, empfiehlt es sich WGS 84 eingestellt zu lassen.
Zwar können dann auch Ungenauigkeiten von bis zu mehreren 100 Metern auftreten, aber in der Regel wird sich der Fehler in Grenzen halten, und insgesamt den besten Kompromiss darstellen.

Hat man einen bestimmten Punkt zu Referenz zur Verfügung, wie z.B. einen vor Ort aufgenommen Wegpunkt(e) oder Track, kann auch nachträglich noch das Kartendatum verändert werden, bis eine möglichst optimale Übereinstimmung mit der Karte gefunden ist.
Beispielsweise durch die Wahl eines, für das Land oder das Gebiet typische Kartendatum, z.B. bei deutschen topographischen Karten „Potsdam“, Schweiz „CH-1903“, Schweden „RT 90“, Norwegen „WGS 84“oder „ED 1950“, Michelin-Karten Frankreich „Plessis“, IGN-Karten Frankreich „Nouv. Triang. France“, USA/ Kanada „NAD xx“, etc.).
Aber Achtung: Unabhängig von Land oder Gebiet sind je nach Kartenverlag Unterschiede möglich, andersherum aber ebenso !!!

Noch wichtiger ist, sich vor dem Beginn der Kalibrierung, um die Kartenprojektionsart zu kümmern.
Wenn sie nicht bekannt ist lohnt es sich allemal beim Verlag anzurufen, und die Projektionsart zu erfragen (und natürlich das Kartenbezugssystem).
Aus eigenen Erfahrungen ist die Empfehlung von Fugawi, falls die Projektionsart nicht bekannt ist, die Längentreue Zylinderprojektion zu wählen, nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss, aber besser als nichts. Die Fehler dabei sind dabei u.U. nicht zu vernachlässigen.
Man kann, falls die Projektionsart nicht zu erfahren ist, alle unter Fugawi angebotenen Möglichkeiten ausprobieren.

Zur Kontrolle fahre man bei einer kalibrierten Karte mit dem Mauszeiger auf einem bekannten Längengrad entlang.
Dabei darf sich die Gradzahl nicht ändern. Ist das der Fall, stimmt die gewählte Projektionsart.
Wird z.B. die Lambertprojektion angegeben, so sind in einem zusätzlichen Fenster (geht autom. auf) noch zwei parallele Längengradlinen anzugeben die sich auf der Karte befinden.
Damit rechnet Fugawi genauer und korrigiert entsprechend der Verzerrung die die Lambertprojektion mit sich bringt.
Die Längengrade sollten möglichst weit auseinanderliegen.

Liegen dagegen alle Positionen stets um einen ganz bestimmten konstanten Faktor, und immer in die gleiche Richtung versetzt daneben, deutet dies auf ein nicht korrekt ausgewähltes Kartendatum hin.
Ganz allgemein gilt für das Kalibrieren von Papierkarten in Programmen wie Fugawi, TTQV, OziExplorer, GarTrip, ..... , daß bei der Kalibrierung die Projektion und das Kartendatum eingestellt werden muß, das dieser Karte zugrunde liegt.
Übrigens sind analog diese Einstellungen auch am GPS-Gerät vorzunehmen, wenn man mit der Papierkarte unterwegs auf Tour ist.


Binsenweisheit:

Auch wenn die Karten richtig kalibriert wurden, können im Gebrauch Abweichungen von der Wirklichkeit auftreten.
Das liegt dann an der Qualität der Karten.

 

 

1.4     Nachträgliches Ändern der Kalibrierungsdaten


Offensichtlich ist es nicht möglich die Projektion nachträglich zu ändern. Die Karte muss noch einmal komplett neu kalibriert werden.
Ein Grund mehr, sich vor dem Kalibrieren um diese Angaben zu kümmern.
Das Kartendatum (= Kartenbezugssystem) dagegen kann ggf. auch später noch verändert werden.

 

1.5     Kalibrierte Karten zur weiteren Verwendung speichern

 

Oft stellt sich die Anforderung kalibrierte Karten auf anderen Rechnern benutzen zu wollen.
Dazu muss man wissen, dass beim Kalibrieren eine kartenbezogene Datei entsteht die die Kalibrierungsdaten beinhaltet. Sie heißt index.fug.
Diese Datei wird automatisch in der directory abgelegt in dem sich die Karten befinden.
Der Rechner greift auf diese Datei zu und „kennt“ somit die daran gebundenen Karten.
Will man die Karten auf einem anderen Rechner benutzen, so müssen diese Karten exportiert werden.
Die index.fug kann man dafür nicht brauchen.
Beim Exportieren ist es sinnvoll sie im FX3-Format abzuspeichern, weil dann die Kalibrierungsinformation (Inhalt der index.fug) mit angehängt wird, und sie über die Importfunktion auf jedem anderen Rechner installiert werden können.

 

 

1.6     Kalibrierungsdaten

 

Kalibrierungsdaten nicht importierter Karten liegen unter C:\Programme\gemeinsame Dateien\Fugawi\Map Library.
Man kann diese Kalibrierungsdaten aber nicht auslesen und auf einen anderen Rechner übertragen.

 

 

 

2.      Löschen von Karten oder Kartenleichen

 

Löschen der betreffenden Karten (z.B. Ausrufezeichen auf gelbem Hintergrund) unter „Funktionen/Kartenverwaltung“ mit rechter Maustaste oder Entfernen.

 

 

 

3.      Export / Import von Karten

3.1     Export

 

Beim Exportieren selbst eingescannter Karten wird die Kalibrierinfo mit an die *.FX3 Datei angehängt.
Separate index.fug sind dafür nicht erforderlich.

 

 

3.2     Import

 

Beim Importieren legt FUGAWI eine directory „Fugawi Export“ an. Dort liegen die exportierten Karten.
Über „Funktionen“ „Kartenverwaltung“ können importierte Karten in die Wunsch-directory verschoben werden.

 

 

 

 

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